CTRL ALT REVOLT: Daybreak and the Antipolitics of Cooperative Play
01 / 2026
Das documenta Institut lädt zu einem Workshop über Kooperation und Konflikt in Serious Games ein. In Kooperation mit Spieldesigner*innen und Künstler*innen spüren wir dem Politischen in einem dem Brettspiel Daybreak gewidmeten Hackathon nach.
In den letzten Jahrzehnten haben sich Spiele als ernstzunehmende Form künstlerischen Ausdrucks etabliert. Gleichzeitig werden sie zunehmend als pädagogisches Instrument verstanden, mit dem durch die Ablösung von kompetitiven durch kooperatives Spiel progressive Zukünfte imaginiert werden sollen. Doch in dieser Art des Spielens werden Dissens und Konflikt zwischen den Spielenden externalisiert und auf das System der Spielwelt selbst projiziert. Zwar erscheinen kooperative Spiele an der Oberfläche durch die Setzung einer normativen Ordnung durchaus politisch, jedoch erweisen sie sich auf einer tieferen Ebene grundlegend antipolitisch: Nicht nur unterdrücken sie das agonale Prinzip, sondern über das Regelwerk wird den Spieler*innen zugleich ein vermeintliches Gemeininteresse auferlegt.
In dem Workshop wollen wir den Spieldesigner Matteo Menapace mit dieser provokativen These konfrontieren und gemeinsam versuchen, sein herausragendes Brettspiel Daybreak (Gewinner des Kennerspiel des Jahres 2024) zu “politisieren”. Eingebettet in ein von den Künstlerinnen Carina Erdmann und Steph Holl-Trieu entwickeltes Rollenspiel werden wir uns dabei mit der scheinbaren Dichotomie von Egoismus und Altruismus auseinandersetzen, indem wir die Spielwelt von Daybreak im Sinne eines Regelspiels hacken. Verstanden wird dies sowohl als Aufbäumen gegen die Klimakrise selbst als auch als Revolte gegen die irreführende Annahme, dass deren Bewältigung primär eine Frage technischer Umsetzung statt politischer Willensbildung sei.
Der Workshop findet in Englisch statt und ist Teil des Seminars „(Anti)Political Games“ an der Universität Kassel. Studierende können ECTS-Punkte erwerben.
Datum:
Samstag, 24. Januar 2026, 10–20 Uhr
Sonntag, 25. Januar 2026, 10–17 Uhr
Ort: Universität Kassel, ZUB, Gottschalkstr. 28a. EG.
Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung erforderlich: gruenberg@documenta-institut.de

