Publikationen

Seeing through China. Mi You und Andreas Schmid im Gespräch mit Heinz Bude
Im Gespräch mit Heinz Bude kreuzen sich zwei Perspektiven zur chinesischen Gegenwartskunst: die des Künstlers und Kurators Andreas Schmid, der vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren in China unterwegs und tätig war, und die der Professorin und Kuratorin Mi You, die in Beijing geboren wurde, als er China verließ. 1993 zeigte Schmid mit Hans van Dijk und Jochen Noth die legendäre China Avantgarde in Berlin und war in China Teil einer Szene, die ohne allen Vorbehalt in die Gegenwart sprang. Mi You blickt auf eine Kunst zurück, die dem Geld erlag, sich in der Macht täuschte und sich heute ihres Nachruhms unsicher ist.

The China Moment. Contextualizing Individualism in Chinese Contemporary Art.
Diese Publikation begleitet die gleichnamige Ausstellung, kuratiert von Su Wei, Mi You und Anna-Lisa Scherfose für das documenta Institut Kassel (Januar-März 2026). Sie untersucht einen entscheidenden Moment der globalen Kunstgeschichte: den radikalen Wandel der chinesischen Gegenwartskunst in den 1990er- und 2000er-Jahren. The China Moment bietet eine zeitgemäße Neubewertung des Individualismus als zentrale Diskursfigur, die das Verhältnis von Kunst zu Staat, Gesellschaft und Öffentlichkeit inmitten der politischen und kulturellen Umbrüche dieser Zeit vermittelt. Auf Grundlage von Essays, Archivmaterial und visueller Dokumentation zeigt der Band, wie sich künstlerische Praktiken in China zwischen lokalen intellektuellen Traditionen und globalen Kunstmechanismen bewegten - und dabei die prägenden Spannungen und Transformationen dieser Ära sichtbar machten.

Kojèves verkannte Autorität
In einem kleinen Raum der École pratique des hautes études in Paris infizierte Alexande Kojève in den 1930er Jahren eine ganze Generation junger Intellektueller mit dem „Hegelschen Virus“. Taumelnd, „halb erstickt“ verließ Georges Bataille die Seminarsitzungen, die zum Anlass seiner Lehre vom souveränen Leben wurden, das wie kein anderes Michel Foucaults wahnsinniges Lachen verkörpern sollte. Foucault war es auch, der in seiner Antrittsvorlesung am Collège de France erkannt hat, dass der Virus längst aus dem stickigen Seminarraum gedrungen war und als „allgemeiner Anti-Hegelianismus“ noch unter seiner Generation grassierte. Man müsse daher ermessen, „wie weit uns Hegel insgeheim vielleicht nachgeschlichen ist; und was in unserem Denken gegen Hegel vielleicht noch von Hegel stammt“.

Kunst im Streit
Im Skandal um die Documenta 15 im Jahr 2022 ging es im Kern, so die Herausgeber des Bandes, um die Frage nach der ikonischen Figur von Ausbeutung, Vertreibung und Vernichtung: Welche Gruppe beansprucht diese Rolle heute für sich – im politischen Streit um Hegemonie und Dekolonialisierung, um universelle Menschenrechte und individuelle Befreiungsimperative? Leben wir in Zeiten, in denen das Bild vom "unschuldigen Juden" durch das vom "unschuldigen Sklaven" ersetzt wird?

Eco-Operations
Die Klimakrise ist zu einem festen Bestandteil ästhetischer Diskurse und kritischer Forschungen in Kultur und Kunst geworden. Kunstschaffende, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen untersuchen gleichermaßen zukunftsorientierte, ökologisch konzipierte Handlungsoptionen. Eco-operations widmet sich diesen aufkommenden ästhetischen Ökologien und neuen Kooperationsformen, die sowohl eine nachhaltige Zukunft herausfordern als auch gestalten. Dabei rückt es Unterbrechungen, Brüche, Trennungen, Dissonanzen, Ausschlüsse und Allochronismus in den Fokus.

Experimental Publics
Die Beziehung zwischen Kunst und Macht war stets von Ambivalenz geprägt – sei es durch ihre Funktion als Instrument herrschaftlicher Repräsentation und ökonomischer Interessen oder als Medium revolutionärer Ideengenerierung. Gegenwärtig hat diese Beziehung eine neue Komplexität erreicht, da die strukturellen Grundlagen zeitgenössischer Kunst einem tiefgreifenden Wandel unterworfen sind:

Art in a Multipolar World
Diese Monografie nimmt in den Blick, wie sich die zunehmende Multipolarität und die Umbrüche in der Geo-, Wirtschafts- und Sozialpolitik auf die Künste auswirken. Die hier versammelten Texte sind in vier Abschnitte unterteilt. Sie erfassen das Phänomen zunächst konzeptuell sowie theoretisch und untersuchen im Folgenden das Fallbeispiel documenta fifteen – eine Ausstellung, die sich als Kristallisationspunkt gegenwärtiger politischer Verschiebungen verstehen lässt. Nach der Betrachtung der chinesischen Kunstpolitik, die zwischen partikularistischen und universalistischen Ansprüchen oszilliert, eröffnen sie abschließend einen Denk- und Experimentierhorizont der uns hilft, uns dem Zeitalter der Multipolarität zu stellen.

Bruch und Kontinuität
Die Kulturpolitik der unmittelbaren Nachkriegszeit ist nach wie vor nicht aufgearbeitet. Dabei war das Jahr 1945 auch in diesem Bereich nicht einfach eine Zäsur, wie oft angenommen wird. Die Beiträge dieses Buches stellen scheinbare Unvermeidlichkeiten in Frage und versuchen disziplinenübergreifend Möglichkeitsräume zu erschließen, die nicht frei von Widersprüchen sind. Einerseits werden Kunst und Kulturpolitik in der Nachkriegszeit in ihrer Verschiedenheit und unabhängig von ihrem späteren Erfolg betrachtet. Andererseits ist damit eine kritische Reflexion der Forschung und Erinnerung daran verbunden, die erst dazu beigetragen hat, bekannte Narrative zu tradieren und überdies erklärt, warum eine umfassende Auseinandersetzung mit den Kontinuitäten und Brüchen im Bereich von Kunst und Kultur noch immer aussteht.

Archive Matter
The establishment of the United Fruit Company as a global political agent with its banana plantations met with considerable resistance. The Company’s resurgent photographic archive is at the center of this book’s considerations on the historical and political agency of photography as a field.

Vertical Atlas
Der Vertical Atlas ist kein geografischer Atlas im konventionellen Sinne, denn im Fokus dieser Publikation liegt die Sichtbarmachung und Verortung digitaler Transformation der Welt. Diese wird im Rahmen von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Das Buch beinhaltet

Empfindsamkeitsarchitektur. Der Hameau de la Reine in Versailles
Der Hameau de la Reine ist das letzte Bauprojekt des Ancien Régime in Versailles. Die von Marie-Antoinette in Auftrag gegebene und zwischen 1783 und 1789 durch Richard Mique erbaute Gartenanlage besteht aus einem um einen künstlichen Weiher angelegten Ensemble von zwölf Bauernhäusern. Manche der nach unterschiedlichen Funktionen benannten Gebäude (Moulin, Grange, Laiterie, Maison du Garde etc.) waren von dort

Performing Human Rights
The invisibilization of political violence, its material traces and spatial manifestations, characterize (post)conflict situations. Yet counter-semantics and dissonant narratives that challenge this invisibility have been articulated by artists, writers, and human rights activists that increasingly seek to contest the related historical amnesia.

Lonley Vectors
Lonely Vectors presents a series of artworks and new commissions that draw attention to the flow of bodies and labour, exclusive zonings, fault lines, choke points and infrastructural politics, which characterise the global economy. These lines, zonings and flows are inscriptions on the surface of the earth, manifesting in agricultural and irrigation channels, trade and shipping routes, economic zoning and migratory patterns.










