Tagung: Kunst – Ausstellung – Diskurs. Kunst und theoretischer Diskurs auf der documenta und anderen Bühnen der Gegenwartskunst
Datum: Donnerstag, 25. Juni 2026 – Samstag, 27. Juni 2026
Ort: Fridericianum, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel
Eröffnung: 25. Juni, 18 Uhr
18.30 Uhr Keynote: Prof. Dr. Philipp Felsch (HU Berlin)
Keine Anmeldung nötig, kostenfreier Eintritt.
Die Tagung findet in deutscher und englischer Sprache statt.
Wie viel Theorie steckt in der Kunst – und wie viel Kunst in der Theorie? Diese Frage stellt sich mit Blick auf die documenta spätestens seit ihrer 10. Ausgabe im Jahr 1997, als Catherine David den theoretischen Diskurs ins Zentrum der Weltkunstausstellung rückte. Knapp 30 Jahre später griff die Kuratorin der kommenden documenta 16, Naomi Beckwith, diese Frage erneut auf: In ihrer Ausstellung ECHO DELAY REVERB im Pariser Palais de Tokyo fragte sie nach dem Einfluss poststrukturalistischer und postkolonialer Theorien auf die US-amerikanische Kunst.
Die Tagung „Kunst – Ausstellung – Diskurs“ greift diese Überlegungen auf. Rund ein Jahr vor der nächsten documenta bringt sie Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen, Künstler*innen und Interessierte zusammen, um im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen die Rolle theoretischer Diskurse in Ausstellungen zur Gegenwartskunst zu beleuchten. Im Zentrum stehen dabei ihre vielfältigen Funktionen und Verwendungsweisen: ihr Einfluss auf künstlerische Praktiken, ihre Transformation in ästhetische Formen sowie die Rolle von Ausstellungen als Orte der Produktion und Zirkulation von Theorie. Dabei rücken unterschiedliche Perspektiven in den Fokus – von der Ausstellung als Erkenntnismedium über die Entstehung und Wirkung von Theorie in künstlerischen Praktiken bis hin zur documenta als globalem Diskursraum sowie zu den politischen Konfliktlinien zeitgenössischer Kunst.
Speaker
Kurzbiografien zu einzelnen Speaker finden Sie hier.
Bill Balaskas, Paul Buckermann, Heinz Bude, Philipp Felsch, Bettina Funcke, Lars Gertenbach, Ana Hoffner, Berit Hummel, Uta Karstein, Marius Kemper, Philipp Kleinmichel, Jasmin Kolkwitz, Christiane Kues, Sebastian Lederle, Oliver Marchart, Andreas Niegl, Gerhard Panzer, Georg Simmerl, Reilly Smethurst, Felix Vogel, Mi You, Thomas Zingelmann
Programm
Donnerstag, 25. Juni
18 Uhr | Begrüßung und Einführung durch Lars Gertenbach (Universität Osnabrück)
18.30 Uhr | Keynote Goldene Hochzeit. Zum Verhältnis von Theorie und Kunst von Philipp Felsch (Humboldt-Universität zu Berlin) und anschließendes Gespräch mit Heinz Bude (documenta Institut)
20 Uhr | Abendessen
Freitag, 26. Juni
9.30 Uhr | Begrüßung
9.45 Uhr | Panel 1: What Happened to Aesthetics?
Chair: Mi You (Universität Kassel/documenta Institut)
Reilly Smethurst (Stockholm School of Economics): Art is over for Hegel, not over for Badiou
Andreas Niegl (Universität Kassel/documenta Institut): Spectres of Kant. How aesthetic theory (seemingly) disappeared from the canon of art theory and cultural studies
10.45 Uhr | Kaffeepause
11 Uhr | Panel 2: Ausstellung als Erkenntnismedium
Chair: Lars Gertenbach (Universität Osnabrück)
Thomas Zingelmann (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Kunst und Theorie im Raum. Zur epistemischen Performativität des Ausstellens
Sebastian Lederle (Bauhaus-Universität Weimar): Immersion und Dislozierung. Ausstellungsräume zwischen Materialität und imaginärem Zeitraum
Bill Balaskas (Kingston University London): Between a Theory of Everything and a Theory of Anything: Revisiting the Epistemic Limits of Mega-Exhibitions
12.30 Uhr | Mittagspause
13.30 Uhr | Panel 3: Theorie als Praxis: Kunst zwischen Produktion und Institution
Chair: Uta Karstein (Universität Leipzig)
Christiane Kues (Künstlerin und Autorin, Berlin/Wien): Künstlerische Agency und institutionelle Abhängigkeiten
Philipp Kleinmichel (Universität für angewandte Kunst Wien): Automatisierung und kulturelle Infrastruktur: Theorie und Praxis der Situationistischen Internationale
Paul Buckermann (Kulturwissenschaftliches Institut Essen): Wofür ist Theorie gut? Wofür sind Kunstausstellungen gut? Rechtfertigungsstrategien und professionelle Grenzarbeit der documenta, 1955-2027
15 Uhr | Kaffeepause
15.15 Uhr | Vortrag von Oliver Marchart (Universität Wien)
16.15 Uhr | Kaffeepause
16.30 Uhr | Bettina Funcke (Autorin, Kritikerin und Herausgeberin, New York) im Gespräch mit Felix Vogel (Universität Kassel/documenta Institut)
18.30 Uhr | Abendessen
Samstag, 27. Juni
9.30 Uhr | Panel 4: documenta als Raum der Theorieübersetzung
Chair: Marius Kemper (documenta Institut)
Jasmin Kolkwitz (Kunsthistorikerin und freie Forscherin): Diskursraum vs. Raum für Diskurse. Theoriefiguren und politische Artikulationen im kuratorischen Gefüge der documenta 14
Berit Hummel (Universität Münster): „Raum – Architektur – Kunst – Umwelt“. Urbanismusdiskurse auf der documenta
10.30 Uhr | Kaffeepause
10.45 Uhr | Panel 5: Politik, Kunst und Konflikt auf der documenta
Chair: Heinz Bude (documenta Institut)
Gerhard Panzer (Technische Universität Dresden): Praxis der documenta 14 als Kritik des Ausstellungskomplexes
Georg Simmerl (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin): Schlagworte der Theorie, Schlagworte der Kritik und die Unverfügbarkeit der Kunst. Szenen der Debatte um die documenta fifteen
Ana Hoffner ex-Prvulovic* (Künstlerin, freie Forscherin und Autorin): Ein Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis – Politische oder entpolitisierende Kunst?
12.15 Uhr | Abschluss durch Heinz Bude (documenta Institut)
12.45 Uhr | Abschlussdiskussion
Deutsche Vorträge finden in deutscher Sprache statt, Vorträge, die in englischer Sprache gelistet sind auf Englisch.
Die Tagung wird organisiert vom documenta Institut und der Sektion Kultursoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

