Marius Kemper

Wissenschaftliche Mitarbeit

kemper@documenta-institut.de

Vita

Studium der Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Kassel (B.A.) mit einem Masterabschluss in Soziologie an der Universität Kassel. Von 2022 - 2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel bei Prof. Dr. Heinz Bude (Lehrstuhl für Makrosoziologie). Seit 2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am documenta Institut.

Forschungsvorhaben

Die Regeln der Kunst. Zum Gebrauchswert von Theorie auf der documenta

Mein Forschungsprojekt untersucht die wechselnden Funktionen von Theorie im Feld der Gegenwartskunst, insbesondere am Beispiel der documenta seit den 1990er Jahren. Im Zentrum steht die Frage, wie theoretische Ansätze – vor allem im Umfeld der sogenannten „French Theory“ und des Poststrukturalismus – in großformatigen Ausstellungszusammenhängen aufgegriffen, transformiert, institutionalisiert und ästhetisiert werden.

Ausgehend von aktuellen kuratorischen Praktiken, etwa Naomi Beckwiths Ausstellung ECHO DELAY REVERB, fragt das Projekt danach, ob Theorie in zeitgenössischen Ausstellungen noch primär als kritisches Instrument fungiert oder zunehmend selbst zum kuratierten, ausgestellten und musealisierten Gegenstand innerhalb institutioneller Ausstellungsräume wird. Methodisch verbindet die Arbeit eine genealogische Perspektive in Anlehnung an Michel Foucault mit wissenssoziologischen und feldtheoretischen Ansätzen, insbesondere von Pierre Bourdieu. Empirisch stützt sie sich auf Archivmaterial des documenta archivs, Ausstellungskataloge, kuratorische Texte sowie Publikationsformate verschiedener documenta-Ausgaben. Anstelle einer linearen Geschichte von Theorie auf der documenta verfolgt das Projekt einen modularen Zugang anhand ausgewählter Fallstudien – darunter documenta 10, documenta 11, documenta 15 und perspektivisch documenta 16. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Theorien im Feld der Gegenwartskunst Sichtbarkeit und institutionelle Anschlussfähigkeit erlangen, während andere marginal bleiben oder ganz fehlen.

Forschungsschwerpunkte

  • Ideengeschichte

  • Intellektuellensoziologie

  • Kunstsoziologie

  • Qualitative Sozialforschung (u.a. wissenssoziologische Bildhermeneutik)

Projekte

Mitarbeit im Projekt „Antisemitismus und postkoloniale Debatte am Beispiel der documenta fifteen“

Redaktion

Bude, Heinz (Hg.) (2026): Seeing through China. Mi You und Andreas Schmid im Gespräch mit Heinz Bude. Berlin: Hatje Cantz. (Redaktion, Übersetzung, Korrektorat)

Vorträge

12 I 2025 Zauberkünstler. Zur Wirkung Alexandre Kojèves auf Georges Bataille (Universität Osnabrück)

11 I 2024 Wer sind ruangrupa? Was ist lumbung? Kollektivität zwischen Partizipation und Gemeinschaft (Universität Regensburg)

Veranstaltungen

09 I 2025 Kojèves verkannte Autorität. Marius Kemper im Gespräch mit Heinz Bude (Buchvorstellung), Kassel

Publikationen (Auswahl)

I. Monografien

Kemper, Marius (2025): Kojèves verkannte Autorität. Wien; Berlin: Turia + Kant.

II. Aufsätze

Kemper, Marius (2026): ruangrupa und die Institutionalisierung von Kollektivität in der Gegenwartskunst. In: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft 11(2), S. 109-124.

Kemper, Marius (2025): Der lange Sommer der sobat-sobat. In: Bude, Heinz/Mendel, Meron (Hg.): Kunst im Streit. Antisemitismus und postkoloniale Debatte auf der documenta fifteen, Frankfurt, S. 15-34.

Kemper, Marius (2025): „Make friends, not art“ und die Grenzen der Gemeinschaft. In: Bude, Heinz/Mendel, Meron (Hg.): Kunst im Streit. Antisemitismus und postkoloniale Debatte auf der documenta fifteen, Frankfurt, S. 113-150.