Aufsatz zu documenta Forschung

Forschungsergebnisse über die kontaminierten Ursprünge der documenta veröffentlicht


Die kontaminierten Ursprünge der documenta sind das Thema anhaltender Debatten. Am documenta Institut sind sie auch Thema anhaltender Forschung. Maria Neumann hat nun in der renommierten Zeitschrift für Geschichtswissenschaft ihre ersten Ergebnisse dazu veröffentlicht.

In dem Aufsatz In zweifelhafter Gesellschaft? Adolf Arndt und August-Martin Euler – zwei vergangenheitspolitische Akteure der ersten documenta 1955 blickt Maria Neumann auf zwei Gründungsfiguren des Welterfolgs documenta, die im Hintergrund der Ausstellung agierten.  Als Mitglieder der „Gesellschaft für Abendländische Kunst des XX. Jahrhunderts e.V.“, dem Trägerverein der ersten documenta, unterstützten die beiden Nachkriegspolitiker das ambitionierte Kunstprojekt mit ihren Mitteln. Doch während Adolf Arndt im Nationalsozialismus als „Nicht-Arier“ mit jüdischen Wurzeln Zwangsarbeit leisten musste, machte August-Martin Euler Karriere in der Industrie und wirkte bei der Ausbeutung von KZ-Häftlingen mit.

Welchen Einfluss nahmen die beiden so unterschiedlich geprägten Politiker auf eine Ausstellung, die damals noch vorgeben konnte, nur von der Kunst zu handeln? Und was erzählt uns das Zusammenwirken von Arndt und Euler für die documenta über Kunst und Kultur in Deutschland in den Jahren nach dem Krieg? Diesen Fragen geht Maria Neumann in ihrem Aufsatz nach.

Erschienen ist der Artikel in der Februarausgabe der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, einem Fachorgan für Historikerinnen und Historiker, das seit 1953 erscheint. Die Ausgabe mit dem Beitrag von Maria Neumann ist im Online-Shop des Metropol-Verlags erhältlich.

Maria Neumann forscht seit 2021 am documenta Institut zu den kontaminierten Ursprüngen der documenta. Auf dem YouTube-Kanal des documenta Instituts finden sich ihre Talks mit Claudia C. Gatzka über Kunst und Gesellschaft in Italien und Deutschland: Antifaschismus oder Postfaschismus? sowie mit Carlo Gentile und Vincenza Benedettino über Der Fall Haftmann: Aus Täterschaft zum Erfolg. Im April 2024 erscheint zudem der Band „Bruch und Kontinuität. Kunst und Kulturpolitik nach dem Nationalsozialismus“, den sie zusammen mit Felix Vogel im Hatje Cantz Verlag herausgibt.